Da wir uns bereits um 5 Uhr 30 in Zürich am Flughafen befinden mussten, hiess es am Tag nach Weihnachten für alle früh aufstehen. Die Lenker Fraktion musste ungefähr um 3 Uhr in der Früh im Oberland abfahren. Doch auch der Solothurner im Team konnte den Schlaf nicht viel länger geniessen, da er bei sich zu Hause abgeholt wurde. Man merkte schnell, dass die Zeitberechnungen nicht ganz stimmten und deshalb war man gut eine halbe Stunde zu früh in Zürich. (Bemerkung am Rande: Es ist eher selten, dass die Lenker pünktlich, geschweige denn zu früh sind)
Via Frankfurt gelangten wir anschliessend nach Toronto. Die Meisten genossen nicht allzu viel Schlaf und Tom hatte zudem noch mit Magenproblemen zu kämpfen. „Das habe ich wohl noch aus der Lenk mitgeschleppt“, bemerkte er beiläufig. Niemand schenkte dieser Aussage grosse Aufmerksamkeit, was sich in der Folge noch aus Fehler herausstellte. Denn zu diesem Zeitpunkt konnte niemand ahnen, dass es während unseres Kanadaaufenthaltes noch weitere Mitspieler betreffen würde…Wie es sich für ein Team gehört, wurde aber auch hier die Reihenfolge (nur diesmal rückwärts) beibehalten. Zuerst erwischte es wie gesagt Tom, danach Toni, anschliessend Ändu und zum Schluss noch Andi. Alle hatten sie Magenproblem inklusive…na ja, ihr wisst schon…Nur Nick blieb von diesem Unheil verschont. Ob es wohl an den geheimnisvollen Pillen liegt, die er hie und da zu sich nimmt?! Es traf aber leider nicht nur die Lenker, auch von den anderen mitgereisten Teams (GP-Sieger und EYOF-Teams) erwischte es die eine oder andere Person im Verlauf der Woche.
In Toronto angekommen wurden wir von uns bekannten Gesichtern empfangen, denn sie gehörten zu jenen Kanadiern die im vergangenen Februar in der Lenk und in Solothurn zu Gast waren. Auch Simi vom Uzwiler-Team nahm seinen braun-beigen (!) Koffer noch in Empfang. Nach einer halbstündigen Suchaktion, in der er immer wieder behauptete der Koffer sei beim Packen schwarz gewesen, wurde dieser dann doch noch gefunden.
Nach dem Abendessen und dem wohlverdienten Schlaf begannen wir tags darauf schon mit den ersten Trainingslektionen auf dem Eis.
Am 28. Dezember hatten wir wie letztes Jahr die Gelegenheit den Skin-Games beizuwohnen. An diesem Turnier nehmen jeweils die besten kanadischen Eliteteams (Randy Ferbey, Kevin Martin, Jeff Stoughton, Mark Dacey etc.) teil.
Die beiden folgenden Tage standen ganz im Zeichen des TCA-Turniers in Toronto. Bei diesem Turnier, in einer 16 Rink Halle(!), winkt dem kanadischen Siegerteam eine Reise in die Schweiz. Im ersten Spiel konnte Toni (aus bereits erwähnten Gründen) nicht spielen, deshalb musste Ändu als Skip einspringen. Das Spiel war sehr ausgeglichen und ging schlussendlich knapp verloren. Nach einem Sieg und einer weiteren Niederlage war das Turnier für uns bereits beendet.
Am Silvestermorgen hiess es für uns dann wieder Koffer packen, der wir flogen von Toronto nach Ottawa, wo wir mit den Kanadiern eine Silvesterparty feierten. Die folgenden Tage in Ottawa verbrachten wir mehrheitlich auf dem Eis und trainierten in verschiedenen Curlinghallen. Aber natürlich blieb uns auch noch etwas Zeit, um Shopping zu betreiben. Am Tag der Abreise der anderen Teams (3. Januar) hatten wir wieder einen Trainingstag. Am Abend konnten wir unsere spielerischen Qualitäten auch im Casino beweisen, wo wir im Roulette einen saftigen Gewinn einstrichen. Ein einzigartiges Erlebnis war auch das Schlittschuh laufen auf dem gefrorenen Rideau Kanal…
Am Donnerstag der zweiten Woche fuhren wir nach Brockville, eine Stadt, die etwa 90 Minuten entfernt von Ottawa liegt, um dort ein Herren Turnier zu spielen. Nach zwei Trainingseinheiten am Freitag stiegen wir abends um 21:30 (!!!) ins Turnier ein. Das erste Spiel ging leider verloren, deshalb fielen wir in den 2. Cup zurück, den wir allerdings nach einer Siegesserie gewinnen konnten. Am 7. Januar hatten wir sogar noch etwas zu feiern, da Toms Geburtstag auf dieses Datum fällt. Jaja, wieder ein Jährchen älter… ;-)
Am Montag fuhren wir wieder zurück nach Ottawa von wo aus wir via Toronto und München zurück in die Schweiz flogen. Nach einer langen, anstrengenden Reise waren wir froh, als wir am Dienstagmorgen wieder bekannten Boden unter den Füssen hatten…
Zum Schluss ist noch zu sagen, dass wir trotz dem kleinen Magenvirus eine super Zeit in Kanada verbringen durften. Die Leute haben uns mit offenen Armen empfangen und waren sehr herzlich. Auch vom curlerischen Aspekt her können wir zufrieden sein, denn wir hatten eine Menge Gelegenheiten auf (meistens) sehr gutem Eis zu trainieren.
Ändu Klauenbösch, Third