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Rahmendaten: Am Donnerstag, dem 18 November, traten die Junioren ihre erste Auslandreise im Rahmen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften an. Das Ziel der Reise hiess Inverness, eine kleine, aber zur Zeit sehr schnell wachsende Stadt im Nordosten Schottlands. Dort, in Inverness selbst, wurde zwischen dem 19. und 21. November das 23. Highland Junior International Curling Weekend ausgetragen. Seit vielen Jahren reisen Schweizer Junioren- und Juniorinnenmannschaften an dieses Turnier, aber für die Lenker Junioren war es die erste Teilnahme an diesem Anlass, ja, gar der erste Auftritt auf schottischem Eis überhaupt.

Die Erwartungen der vier Lenker Curler an ihre Reise nach Schottland waren gross. Eine Rangierung in den ersten fünf sollte erreicht werden! Ebenso gross war die Vorfreude auf die einzige längere gemeinsame Vorbereitungszeit, die das Lenker Team zusammen mit den Schweizermeisterinnen aus Biel erleben konnte. Den vier charmanten jungen Damen aus Biel bereiteten die Lenker im Flughafen Zürich einen herzlichen Empfang. Unser „Solothurner“ im Team, Ändu Klauenbösch, hatte die Girls schon seit Biel (dort wohnt seine Freundin) im Zug begleitet und manövrierte brav einen Gepäckwagen des Bieler Teams in Richtung wartender Lenker. Nun, wie schon der britische Romancier Charles Dickens sagte, dachte auch der Coach: „Once a gentleman, always a gentleman“ (Einmal ein Gentleman, immer ein Gentleman)!

Die gesamte Reise nach Inverness verlief problemlos und ohne grössere Hindernisse. Dass Nick seine Curlingschuhe nach der Sicherheitsschleuse jedes Mal aus dem Handgepäck kramen und deren Metallsohle zeigen muss, sind wir uns mittlerweile gewöhnt, das hat uns nicht weiter gestört, aber doch sehr erheitert.

In Inverness angekommen, wurden wir am Flughafen von den Organisatoren des Turniers und weiteren schottischen Gasteltern herzlich empfangen und anschliessend in die Inverness Ice Arenagebracht. Dort konnten wir uns noch am ersten Abend in einer kleinen Trainingsrunde mit dem Eis bekannt machen. Anschliessend wurden wir in den verschiedenen Gastfamilien reichlich und delikat verköstigt.

Toni und seinen Kollegen gelang in der ersten Turnierrunde ein guter Start: Das erste Spiel schien vor dem letzten End mit drei Steinen Vorsprung für die Lenker schon entschieden. Doch im letzten End konnten die Gegner des Forest Hills Curling Club (Skip Logan Gray) ihrerseits noch drei Steine verbuchen und ein Unentschieden retten. Im weiteren Turnierverlauf folgten ein Sieg gegen ein lokales Mädchenteam aus Inverness, ein weiterer Sieg in einem Spiel, das sich niemand gewünscht hat, gegen die Kolleginnen aus Biel. Dann setzte es die einzige Niederlage ab, dummerweise in der Entscheidungsrunde für den Einzug in die Viertelsfinals, der Gegner war wiederum das Team von Logan Gray – die nachmaligen Turniersieger. In der Trostrunde erspielten die Lenker wiederum einen Draw, ein Unentschieden gegen ein verbissen kämpfendes Team um den Skip Hugh Thomson (Curling Club Forfar).

In der Schlussabrechnung resultierte für unser Team der 10. Rang im Feld der 28 teilnehmenden Teams. In der Sicht des Coaches konnten die Lenker spielerisch nicht überzeugen. Das Eis des Inverness Ice Centre war sehr fordernd und hat technische Fehler der Spieler und Spielerinnen nicht verziehen. Diesem Eis mussten die Lenker ihren Tribut zollen wie auch dem ungewohnten Umfeld.

Somit fällt die Schlussbilanz des Schreibenden eher durchzogen aus und lautet kurz gefasst: curlerisch eher flop, Schottland sonst top.

Sicher ein Höhepunkt des Schottlandaufenthaltes war das Abschlussessen der Schweizermeisterteams gemeinsam mit ihren Gasteltern und den Organisatoren des Turnier (davon gibt es übrigens besonders hübsche Fotos unter der Rubrik Fun). Andi Aegler, der grosse Fleischliebhaber unter uns, kam zu seinem wohlverdienten T-Bone-Steak und auch alle anderen haben ganz vorzüglich gespeist; übrigens in einen Restaurant das tatsächlich nach dem oben erwähnten britischen Autoren Dickens benannt ist. An dieser Stelle ist auch noch etwas Weiteres zu vermerken, dass man auf den britischen Inseln kein anständiges Essen findet, ist ein Gerücht, die Wirklichkeit sieht anders aus. Allerdings müssen die Auswärtigen wissen, dass nicht jedes Restaurant geniessbare Speisen zubereitet, aber das geübte Auge sieht sofort, welche Etablissements man besser meidet. Nun, wenn auch die sportliche Leistung nicht überzeugend war, so gehe doch mit dem von unserem Skip Toni oft geäusserten Ausspruch einig: „Scotland is beautiful!“

Der Coach, Thomas Griessen

Juniorenturnier Inverness