Bieler Tagblatt vom 25.10.2004,
Ressort Sport Curling: Touring-Trophy in Biel
Spannendes Turnier mit jungen Siegern
Die Junioren-Schweizer-Meister aus der Lenk siegten an der Touring-Trophy vor dem Routinierteam aus Frankreich und Olten. Die Seeländer verpassten das Podest mit den Plätzen 4 und 5 nur knapp.
Marcel Habegger
Von Freitag bis Sonntag fand in der Bieler Curlinghalle die Touring-Trophy statt. Auch dieses Jahr konnten die Organisatoren wieder ein ausländisches Topteam nach Biel bringen. Die Franzosen bestritten unter Skip Thomas Dufour vor einer Woche die «Bund»-Trophy in Bern und werden im Dezember Frankreich an den Europameisterschaften in Sofia (Bul) vertreten.
Schliesslich waren es aber nicht die Franzosen, die brillierten, sondern die Junioren-Schweizer-Meister aus der Lenk. Sie vermochten über die ganze Turnierdistanz stark zu spielen und konnten schliesslich auch von den erfahrenen Franzosen nicht gestoppt werden. «Wir wussten: Wenn wir konstant spielen, können wir auch die Franzosen schlagen», sagte Skip Toni Müller glücklich. Sie seien mit ihrer Leistung bestimmt zufrieden, sähen aber auch, dass der Finalgegner nicht sein bestes Curling gezeigt habe, so Müller weiter. Das Hauptziel ist für die Junioren die Weltmeisterschaft im kommenden März. Diese sei dann auch der Abschluss ihrer Junioren-Zeit. Wie es dann mit ihrem Team weitergehe, sei noch nicht klar, erzählte der Sieger.
Bieler scheiterten im Halbfinal an Franzosen
Auch die Seeländer vermochten lange Zeit mitzuhalten. Nachdem unter den besten acht noch drei Bieler Mannschaften vertreten waren, spielte das Team von «Mändu» Vögtli gegen die Frauen aus Olten um den 3. Platz. In dieser Partie mussten sie sich jedoch klar geschlagen geben.
«Wir haben, abgesehen vom letzten Match, ein gutes Turnier gezeigt», sagte Mannschaftsmitglied Reto Ponato. «Im Spiel um Platz 3 waren wir etwas müde und konnten so den Meisterschaftsteilnehmern aus Olten nicht mehr genug entgegenhalten.»
«Im Halbfinal gegen die Franzosen hatten wir zu Beginn sogar noch mithalten können. Sie hatten Fehlsteine und wurden vielleicht sogar etwas nervös gegen uns. Schliesslich haben sie ihre taktische und physische Klasse dennoch voll ausspielen können.» Es sei aber für ihn schon erfreulich, dass sie als Hobbyspieler mit den Profis ein bisschen hätten mithalten können. So lerne man schliesslich auch immer wieder etwas, erklärte Ponato weiter.
Auch Daniel Müller, der Olympiasieger von Nagano 1998, war bei der 16. Ausgabe der Touring-Trophy vertreten. «Wir hatten längere Zeit keine Spielpraxis und sind an diesem Wochenende bereits früh auf starke Gegner getroffen», sagte der Seeländer. Es sei aber trotzdem ein sehr gutes Turnier gewesen. Neben dem guten Eis seien sehr gute Teams im Wettkampf dabei gewesen, und am Ende hätten die beiden besten Mannschaften den Titel untereinander ausgemacht, blickte Daniel Müller auf das Turnier vom Wochenende zurück.
Zwei verdiente Finalteilnehmer
Auch OK-Präsident Hermann Vögtli war mit dem Turnierverlauf äusserst zufrieden. Es sei alles reibungslos verlaufen. Einzig die Anzahl der Mannschaften könne sich noch etwas steigern. «Wir hätten eigentlich 30 Plätze im Turnier. Dieses Jahr nahmen aber nur 20 Mannschaften teil. Ansonsten bin ich glücklich, dass das Turnier mit zwei solch guten Teams wie es die Franzosen und die Junioren-Schweizer-Meister sind, beendet worden ist.»
Der Ausgang des Turniers hat zweifellos einen positiven Aspekt: Dass am Ende die Junioren siegten, lässt auf eine erfolgreiche Zukunft des Schweizer Curlings hoffen.